Imame ans Sterbebett lassen
In Asylzentren, Gefängnissen oder Spitälern arbeiten vor allem Seelsorgerinnen von Landeskirchen. Sie sind bei der Kirche angestellt und haben geregelte Arbeitsverhältnisse. Bei Sterbebegleitungen, aber auch einem schlichten Gebet, sei es jedoch zentral, von einer Fachperson derselben Religionszugehörigkeit unterstützt zu werden. Diese «Religionsvielfalt» fehle im institutionellen, professionellen Rahmen häufig, und dazu wolle der Kanton Bern beitragen, heisst es sinngemäss in einer Mitteilung des Berner Regierungsrates.
Die Regierung beauftragt den Verein «Multireligiöse Begleitung», in den nächsten drei Jahren Strukturen zu schaffen, um Seelsorge von Menschen zu ermöglichen, die keiner Landeskirche angehören. Das Angebot soll eine Ergänzung sein zu den institutionalisierten Strukturen. Für das Pilotprojekt sind rund 300'000 Franken bewilligt worden, wie David Leutwyler, Beauftragter für kirchliche und religiöse Angelegenheiten beim Kanton Bern, auf Anfrage sagte. Der Verein will im Januar mit der Aufbauarbeit beginnen. Das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Akteuren werde gemeinsam entwickelt, betonte Leutwyler. (jow)