Die Muslime Luganos sollen sich «aus freien Stücken und leise» in die christlichen Gotteshäuser begeben, schreibt Samir Raadouan Jelassi in der Annonce, die am Dienstag im «Giornale del Popolo» erschienen ist. Er ist der alleinige Unterzeichner des Schreibens.
Mit der Geste solle am kommenden Sonntag die «Nähe» zur christlichen Glaubensgemeinschaft zum Ausdruck gebracht werden. Dies sei gerade vor dem Hintergrund der tödlichen Attacke auf einen Priester im vergangenen Juli in Rouen von grosser Bedeutung.
Das Ziel der Muslime im Tessin sei der Dialog und das friedliche Zusammenleben mit Menschen anderer Glaubensrichtungen, so Jelassi.
Der Bischof von Lugano, Valerio Lazzeri, begrüsste die Initiative der muslimischen Gemeinschaft. Sie sei ein grosses Zeichen der Solidarität, schrieb der Bischof in einer Mitteilung. Trotz der Unterschiede und ohne dass die eigene Identität verleugnet werde, sollen beide Glaubensgemeinschaften eine «friedliche Zusammenarbeit» anstreben. (sda)