Imam-Ausbildung: Bundesrat sieht Klärungsbedarf

Für den Bundesrat steht fest, dass «weiterer Klärungsbedarf betreffend religiösen Betreuungspersonen besteht.» Er unterstützt einen parlamentarischen Vorstoss, der Massnahmen bei der Ausbildung von Imamen fordert.

Blick in die Diyanet Moschee in Zürich. «Es sind die religiösen Betreuungspersonen, die allfällige Radikalisierung bremsen oder vorantreiben können», schreibt EVP-Nationalrätin Maja Ingold in ihrem Postulat. (Bild: Reformierte Medien/Gion Pfander)

Der Bundesrat beantragt dem Parlament die Annahme eines Postulats von EVP-Nationalrätin Maja Ingold mit dem Titel «Gemässigte Imame sind Schlüsselpersonen gegen die Radikalisierung von jugendlichen Muslimen». Er betont in seiner Stellungnahme zwar, dass «für die Regelung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat die Kantone zuständig sind». Dennoch sieht er Handlungsbedarf und will mit den Kantonen einen Bericht erarbeiten.

Integrationspotenzial nutzen

Ingold und 13 Mitunterzeichnende hatten ihren Vorstoss Ende April eingereicht, wie der Website des Parlaments zu entnehmen ist. «Punkto Imam-Ausbildung ist die Schweiz Brachland», begründet die Politikerin ihren Vorstoss. Erzkonservative Prediger seien meist von ihren Herkunftsländern finanziert und verbreiteten in Schweizer Moscheen eine Version des Islam, die kaum mit Schweizer Werten vereinbar sei. Imame trügen zur friedlichen Koexistenz oder aber auch zur Kultivierung von Parallelgesellschaften bei. «Sie sind Schlüsselfiguren für ein gelingendes Zusammenleben zwischen den Religionen», ist Ingold überzeugt. Sie fordert vom Bundesrat, Massnahmen bei der Ausbildung für Imame aufzuzeigen, «die vor islamistischer Missionierung schützen und stattdessen das Integrationspotenzial der Imame im Umgang mit Jugendlichen» nutzt.

 

Das Postulat im Wortlaut