Hilfswerk: IS-Milizen bringen Kindern das Abschlachten bei

Propagandavideos mit Gräueltaten, systematische Vergewaltigungen und Rekrutierungen von KIndern: Eine Hilfsorganisationen im Irak berichtet über den Terror der Gruppe «Islamischer Staat» (IS).

Bild: Wikimedia Commons

«Eine der wichtigsten Kampfstrategien der IS-Milizen ist das Verbreiten von Angst, und darin sind sie sehr erfolgreich», sagte der Mitarbeiter der deutschen Hilfsorganisation Wadi im Irak, Falah Muradkhin, der Tageszeitung «Die Welt» (Donnerstag, 14. August). «Wir sehen, dass IS sogar Kindern beibringt, Menschen abzuschlachten.» Die Menschen seien infolgedessen völlig traumatisiert, weinten die ganze Zeit.

Vor allem für Frauen sei der IS-Vormarsch beängstigend. «Die Dschihadisten setzen Vergewaltigungen systematisch als Waffe ein», sagte Muradkhin. Sie veröffentlichten Videoaufnahmen ihrer Gräueltaten und vertrieben damit weitere Menschen aus ihren Dörfern. «Unser Gebiet ächzt unter den Flüchtlingsmassen, die bei uns in den vergangenen Wochen Schutz gesucht haben», so Muradkhin.

Jesiden am schlimmsten betroffen

Auch für diejenigen, die es geschafft hätten, den IS-Milizen zu entkommen, sei die Lage schwierig. «Ihr Zustand ist katastrophal. Die Flucht ist für alle schrecklich, egal ob Christen oder Muslime.» Am schlimmsten aber treffe es die Jesiden, da sie zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen gehörten und oft ihren Heimatort nie zuvor verlassen hätten. Die Hilfsorganisation Wadi unterstützt verschiedene Projekte zur Selbsthilfe und Stärkung von Menschen- und Frauenrechten im Nahen Osten. (kipa)