«Hasserfüllte Stimmen dürfen nicht das Leben in unserem Land vergiften»

Der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten, Heinrich Bedford-Strohm, nahm am Montag Stellung zur Bundestagswahl. Das gute Abschneiden der rechtspopulistischen AfD bezeichnete er dabei als einen Weckruf.


Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, wertet das Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl als «Weckruf für alle, denen das friedliche und solidarische Miteinander in einem weltoffenen Deutschland am Herzen liegt». Rückblickend auf den Wahlkampf bilanzierte er am Montag in Hannover: «Das Niederbrüllen von Rednern bei Kundgebungen und persönlich beleidigende Parolen waren erschreckende Ausdrucksformen eines Mangels an politischer Kultur.»

Ausgrenzende und hasserfüllte Stimmen dürften «nicht das Leben in unserem Land vergiften». «Es bleibt abzuwarten, ob eine zerrissene Partei wie die AfD es schafft, sich konstruktiv in den parlamentarischen Arbeitsprozess auf Bundesebene einzubringen und eine Trennlinie zu den radikalen Rechtsaussen-Kräften in der Partei einzuziehen», sagte Bedford-Strohm. Erfreut äusserte sich der EKD-Ratsvorsitzende über die im Vergleich zur Abstimmung vor vier Jahren gestiegene Wahlbeteiligung.

Bei der Bundestagswahl am Sonntag erhielt die AfD 12,6 Prozent der Zweitstimmen und gewann drei Direktmandate. Im neuen Parlament wird sie mit 94 Abgeordneten drittstärkste Kraft sein. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,2 Prozent im Vergleich zu 71,5 Prozent im Jahr 2013. (epd)