Gruft im Berliner Dom wird für 17,3 Millionen Euro saniert

In der sogenannten Hohenzollerngruft ruhen 94 Mitglieder des Hauses Hohenzollern, darunter Kurfürsten und Könige. Die Luft soll nun für die Särge besser und der Aufenthalt für die Besucher angenehmer werden.


Die Hohenzollerngruft im Berliner Dom mit 94 Särgen aus fünf Jahrhunderten wird umfassend saniert. Die Baukosten seien auf 17,3 Millionen Euro veranschlagt, sagte Domsprecherin Svenja Pelzel am 16. August. Davon tragen Bund und Land 90 Prozent, den Rest von rund 1,7 Millionen Euro trägt die evangelische Domgemeinde. Die Gruft ist die grösste fürstliche Grabstätte in Deutschland.

Heller und barrierefrei

Geplant sind bis 2023 unter anderem ein besserer Zugang zum Gruftgeschoss durch eine Verlängerung des breiten Treppenhauses im Dom und der Einbau eines Fahrstuhls, um Kirche und Gruft barrierefrei zugänglich zu machen. Ausserdem soll ein neues Lichtkonzept die Särge besser beleuchten und in den Katakomben eine Klimaanlage eingebaut werden.

Die schlechte Belüftung setzt den Särgen zu. (Bild: Keystone/apg-images/Dieter E. Hoppe)

Ein Teil der Gruft wird laut Pelzel zudem abgetrennt und zu einem Informationsraum über die Hohenzollern-Grablege umgestaltet. In den Katakomben von Deutschlands grösster protestantischer Kirche sind unter anderem der Grosse Kurfürst, König Friedrich I., seine zweite Frau Königin Sophie-Charlotte sowie Königin Elisabeth Christine, die Gemahlin von Friedrich dem Grossen, bestattet.

Jährlich werden mehr als 700’000 Besucher im Dom gezählt, 80 Prozent von ihnen kommen aus dem Ausland. Derzeit ist der Zugang zu der Gruft sehr beengt, in der schummrigen Beleuchtung sind Beschriftungen oft nur schwer lesbar. Der Raum habe eine «Parkhausanmutung», sagte Pelzel.

Von Motten befallen

Raum und Särge leiden zudem wegen der schlechten Belüftung zum Teil unter Schimmel- und Mottenbefall. Die Verweildauer der Besucher an dem geschichtsträchtigen Ort ist entsprechend kurz. «Wir wollen die Gruft zu einem würdevollen Ort machen, der auf emotionaler Ebene erlebbar wird», sagte Pelzel. Am Ende des Rundgangs wird in einem weiteren Raum über die Wirkungsstätten der Hohenzollern in Berlin und Brandenburg informiert.

Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg begann 1975 in der DDR der Wiederaufbau des in Ost-Berlin gelegenen Berliner Doms. 1993 wurde die Wiedereinweihung der Kirche gefeiert, die Gruft ist seit 1999 für die Öffentlichkeit zugänglich. Der ursprünglich 1905 fertiggestellte Berliner Dom gehört zu den bedeutendsten evangelischen Kirchenbauten in Deutschland. (epd)