Amoktat in Graz
Österreich gedenkt der Opfer
Erzbischof Franz Lackner, Vorsitzende der Bischofskonferenz, hat die Gedenkfeier im Wiener Stephansdom nach dem Amoklauf in Graz geleitet. Bei der Tat an einer Schule in der Landeshauptstadt der Steiermark waren zehn Menschen ums Leben gekommen waren. Der 21-jährige Täter beging Suizid.
Zu den Anwesenden im Stephansdom zählten der evangelische Bischof Michael Chalupka, aber auch Vertreterinnen und Vertreter anderer Glaubensgemeinschaften, etwa ein Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche sowie Angehörige muslimischen Glaubens.
Anwesend waren zudem zahlreiche Politikerinnen und Politiker, darunter Bundeskanzler Christian Stocker und Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Beide zündeten je eine der zehn Kerzen für die Opfer an. Die Politik hatte bewusst entschieden, im Rahmen der Gedenkfeier keine Ansprache zu halten. Die Feier wurde schlicht gehalten und musikalisch umrahmt.
Für die Opfer standen zehn Stühle bereit, auf denen Blumengestecke lagen. Sie sollten für die verschiedenen Menschen und ihre Begabungen stehen, hiess es anlässlich einer Übertragung im österreichischen Fernsehen ORF.
«Immer noch fehlen Worte. Sprachlosigkeit hat viele von uns erfasst», sagte Erzbischof Lackner, der mit Tränen in den Augen und brüchiger Stimme sichtbar berührt sprach. «In Anbetracht so grosser Not dürfen wir aber nicht verstummen.»
Es gelte, die Last anderer zu tragen und füreinander zu beten, besonders «in grosser Not und immer im Zusammenleben», sagte Lackner. (jow)