Konkret sollen rund um Ostern 2016, nämlich vom 17. bis 30. März, 1500 Plakate an prominenten Plätzen der Deutschschweiz platziert werden, auf denen die Überschrift «Jesus ist …» und eine grosse leere Fläche zu sehen sind. In kleinerer Schrift steht darunter: «Ja, auf dieses Plakat darfst du schreiben, ehrlich aber fair.» Die Bevölkerung ist damit aufgefordert, auf dieser Fläche zu äussern, wer Jesus für sie ist. Auch auf einer Website und bei Facebook kann dies kundgetan werden. Die Kampagne wird ausserdem durch Öffentlichkeits- und Medienarbeit begleitet.
Figur Jesus den Menschen näherbringen
«In unserer Gesellschaft wird der Name «Jesus» je länger je mehr zum Tabu, obwohl kein Mensch unsere Geschichte stärker beeinflusst hat», begründet Rachel Stoessel, Geschäftsleiterin des Aktionskomitees Christen Schweiz, die Idee der Kampagne gegenüber dem Online-Portal kath.ch. Unser Jahresrhythmus und unsere Kultur seien christlich geprägt. «Dies wird deutlich an unserem Gerechtigkeitsempfinden, der Fürsorge und Unterstützung für Arme, der Pflege von Kranken, dem Schutz von Ehe und Familie und auch prägenden Elementen unseres Rechtssystems – wie zum Beispiel den Menschenrechten.» Viele Menschen hätten zwar schon einmal von Jesus gehört, aber nur wenige würden ihn kennen.
Plakatgesellschaft will respektlose Äusserungen überkleben
Die Organisatoren sind sich bewusst, dass die Aktion Reaktionen auslösen könnte, «die von Christen als unpassend und schmerzlich empfunden werden», schreiben sie in der Medienmitteilung vom 25. September, etwa Gotteslästerungen oder Schmähungen. Die Reaktionen seien ein Spiegel der Gesellschaft und somit eine Herausforderung, der sich Christen stellen müssten. Auch Jesus selber habe schliesslich negative Emotionen geweckt und sei angefeindet worden.
«Bei völlig respektlosen Äusserungen oder Beschimpfungen haben wir die Zusage der Plakatgesellschaft, dass diese überklebt werden», sagt Stoessel. Sie wünschten sich aber, mit der Kampagne gerade jene Menschen anzusprechen, die Jesus ablehnten oder beschimpften. Im Gespräch könnten diese erkennen, «wer Jesus wirklich ist». Die Plakatkampagne ‘Jesus ist …’ werde provozieren, so Stoessel weiter, «aber damit kommt Jesus ins Gespräch. Und so auch das Evangelium. Davon sind wir überzeugt.»
Auch Gottfried Locher im Patronatskomitee
Die Initianten möchten mit der Aktion eine «Basisbewegung der Christen» anstossen, indem sie ermutigt werden, im privaten Umfeld über Jesus zu sprechen und kirchenferne Freunde einzuladen, «Bibeltexte zu lesen, die für ihr Leben relevant sind». Als Hilfe hierzu gibt es Trainings für die Gesprächsführung und ein Kartenset.
Getragen wird die Kampagne vom neu gegründeten Verein «Aktionskomitee Christen Schweiz», dessen Mitglieder laut Mitteilung aus Frei- und Landeskirchen kommen. Als Treiber werden die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) und Campus für Christus genannt. In einem breit abgestützten Patronatskomitee sind zudem prominente Mitglieder der Landeskirchen und der SEA vertreten, beispielsweise Urban Federer, Abt von Einsiedeln, der Churer Weihbischof Marian Eleganti sowie Gottfried Locher, Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. (kath.ch)