Annen: «Darum entschuldige ich mich bei den Reformierten»

Im August hat sich Josef Annen, Generalvikar von Zürich und Glarus, für Aussagen von Bischof Huonder bei den Reformierten entschuldigt. Nun präzisiert Annen seine Entschuldigung in einem Interview. Huonder hatte sich zuvor diskriminierend über Homosexuelle geäussert.

Josef Annen.
Josef Annen. (Bild: zh.kath.ch)

«Wir sind im Kanton Zürich als Christen in säkularer Gesellschaft eine einzige Schicksalsgemeinschaft», so Annen im Interview mit dem Rogate-Kloster Sankt Michael zu Berlin vom 18. Dezember. Die säkulare Welt unterscheide nicht mehr zwischen katholisch und reformiert: «Wenn ein Bischof sich in der Öffentlichkeit äussert, dann äussert sich für viele einfach die Kirche. So verzeichnet beispielsweise die reformierte Kirche auch Kirchenaustritte, wenn sich die katholische Kirche in nicht überzeugender Weise zu einer umstrittenen Frage verlautbaren lässt», so Annen.

«Sie waren verletzt»

Es gehöre darum zu einem «guten ökumenischen Miteinander, dass ich mich bei der Schwesterkirche entschuldige, wenn sie wegen Äusserungen der katholischen Kirche Schaden nimmt». Annen erinnert daran, dass sich auch die jüdische Religionsgemeinschaft in Zürich über die Äusserungen des Bischofs beklagt hatte.

Nach Huonders Äusserungen hätten sich homosexuelle Menschen, Seelsorger und engagierte Gläubige aus Pfarreien bei Annen gemeldet. «Sie waren verletzt. Als Repräsentant des Bischofs im Generalvikariat Zürich-Glarus konnte ich nicht anders, als diesen Menschen sagen: Es tut mir leid, ich entschuldige mich.»

 

Zum Interview