«Geh-hin-Kirche»: Reformierte bald im Asylzentrum der Stadt Zürich präsent

Im neuen Asylzentrum in Zürich-Altstetten plant die reformierte Kirche Kanton Zürich, mit der katholischen Kirche und einem muslimischen Seelsorger interreligiöse Seelsorgegespräche anzubieten.


Die Gespräche sollen in speziellen Räumlichkeiten erfolgen. Ausserdem werde ein kleiner «Raum der Stille» eingerichtet, wie der Synodalrat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich in einer Mitteilung schreibt.
Die katholische Polizeiseelsorgerin Jeanine Kosch erarbeitet zusammen mit dem reformierten Pfarrer und Seelsorger Marcel Cavallo derzeit ein inhaltliches Konzept für die Seelsorge im Asylzentrum. Wie die Verantwortlichen weiter schreiben, verstehen die Kirchen den Einsatz als Teil ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, Menschen in belastenden Situationen zur Seite zu stehen.

Kirchen teilen Kosten paritätisch
Die Kosten für das Pilotprojekt «Seelsorge im Asylzentrum Juch» werden von der reformierten Kirche Kanton Zürich und der katholischen Kirche im Kanton Zürich paritätisch getragen. Der katholische Synodalrat hat für das Projekt 65‘000 Franken für das Jahr 2014 gesprochen, wie der Rat in einer Mitteilung schreibt.

Das neue Asylzentrum in Zürich Altstetten dient als Testzentrum für beschleunigte Verfahren und soll andere Standorte entlasten. Es ist seit Anfang Jahr in Betrieb. 300 Menschen vor allem aus Syrien, Eritrea und weiteren afrikanischen Staaten leben bei Vollbelegung bis zu 140 Tage lang im Zentrum, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Über gut 20 Monate hinweg wird das Bundesamt für Migration (BFM) jährlich 1‘300 bis 1‘400 Asylgesuche im Testbetrieb bearbeiten, heisst es von Seiten des BFM.

Für die Zeit nach der Testphase planen Stadt und Bund ein temporäres Verfahrenszentrum auf dem Duttweiler-Areal. Das Zentrum soll dereinst 400 bis 500 Asylsuchende und rund 100 Arbeitsplätze beherbergen, wie es auf der Website der Stadt Zürich heisst.