Die Wiener Theologin und Psychologin näherte sich dem Phänomen Fundamentalismus am 2. November in Zürich. Dabei handle es sich um eine Art «Zelt-Mentalität», die aus einem Gefühl der Bedrohung der eigenen Religiosität entstanden sei. Der Fundamentalismus würde dabei auf komplexe Fragen einfache Antworten geben. So lasse sich sein Gedankengut rasch mobilisieren, führte Susanne Heine laut Mitteilung der Zürcher katholischen Kirche aus.
Im Umgang mit Fundamentalismus hätten die Gesellschaft, aber auch die Kirchen und Religionsgemeinschaften eine grosse Verantwortung wahrzunehmen, befand Heine weiter. Sie müssten den Kreislauf unterbrechen, der sich durch negative Äusserungen gegenseitig aufschaukeln könne. Insbesondere reduzieren laut Heine antireligiöse Haltungen in öffentlichen Debatten die Religion auf Konflikte und provozieren damit genau das, was sie verhindern wollen: eine fundamentalistische Reaktion.
Heine plädierte auch dafür, den Fundamentalismus nicht zu verteufeln, sondern seine Aussagen genauer anzuschauen. Er lege den Finger in so manche Wunde, die verdient, ernst genommen zu werden, so Heine. Sie meint damit Ungerechtigkeiten und Verletzungen von Menschenwürde. (kipa)