Frankreich: Unternehmen verbietet religiöse Symbole

Das französische Recycling-Unternehmen «Paprec» verbietet künftig das Tragen religiöser Symbole bei der Arbeit. Ab 11. Februar soll die von den rund 4‘000 Mitarbeitern mit abgestimmter Arbeitsordnung in Kraft treten, wie französische Medien berichteten.


Es ist das erste Mal, dass in Frankreich ein Privatunternehmen die staatlich gebotene sogenannte Laizität in seine Arbeitsordnung aufnimmt, berichtete die Nachrichtenagentur kipa am 10. Februar. Anders als im öffentlichen Sektor ist diese gesetzliche Regelung für Privatunternehmen weniger streng.

Paprec-Geschäftsführer Jean-Luc Petithuguenin räumte ein, dass es sich um eine Entscheidung handle, die auch gerichtlich angefochten werden könnte. Allerdings werde sein Unternehmen damit nicht rechtsextrem, sondern sei nach wie vor antirassistisch ausgerichtet.

Medienberichten zufolge agiert das in Seine-Saint-Denis bei Paris ansässige Unternehmen in Sachen Vielfalt und Sozialverträglichkeit bislang vorbildlich. Mitarbeiter stammten aus rund 52 verschiedenen Nationen.

Im März 2013 hatte in Frankreich die Kündigung einer kopftuchtragenden Angestellten eines privaten Kindergartens für Diskussionen gesorgt. Ein Gericht hob die Kündigung auf; eine höhere Instanz erklärte sie später für rechtens.

Am 10. Februar jährte sich in Frankreich der Beschluss eines Verbotes religiöser Symbole in Schulen. Am 10. Februar 2004 beschloss das französische Parlament, religiöse Zeichen wie Schleier, Kippa, Kreuze, Turbane oder Ordenstrachten an Schulen zu verbieten.

2010 wurde zudem das Tragen des muslimischen Ganzkörperschleiers in öffentlichen Einrichtungen verboten.