Nach Brandanschlag in Flums: Polizei tappt im Dunkeln

Nach dem mutmasslichen Brandanschlag auf das Lokal des Islamisch-Albanischen Kulturvereins in Flums SG vom Sonntag tappt die Polizei im Dunkeln. Hisham Maizar, Präsident des Dachverbands islamischer Gemeinden der Ostschweiz (Digo), zeigte sich besorgt über die Tat.

Die Gemeinde Flums SG.
Die Gemeinde Flums SG. (Bild: Wikimedia/Adrian Michael)

Die Einrichtung, gegen die sich die Attacke richtete, habe wegen ihres integrierten Gebetsraums eine religiöse Bedeutung, sagte Maizar am Montag der Nachrichtenagentur sda. «Wir erleben, was den Islam betrifft, turbulente Zeiten.» Die Schweiz müsse zu ihrem religiösen Frieden Sorge tragen.

Für den Flumser Gemeindepräsidenten Christoph Gull kam der Brandanschlag völlig überraschend, wie er in einem Interview auf blick.ch sagte. Es habe mit dem Islamisch-Albanischen Kulturverein im Dorf nie Probleme gegeben.

Bilder einer Überwachungskamera

Laut Gull wurde auf einer Überwachungskamera aufgezeichnet, wie in den frühen Morgenstunden des Sonntags eine Scheibe des Lokals eingeschlagen wurde. Danach flogen zwei Brandsätze in den Raum, und es habe sich «explosionsartig ein Flammenmeer» ausgebreitet.

Ein Mann, der am Morgengebet im Islamisch-Albanischen Kulturverein teilnehmen wollte, bemerkte um 6.30 Uhr den Mottbrand im Lokal. Die Feuerwehr löschte den Brand.

Die St. Galler Kantonspolizei hatte am Montag laut ihrem Mediensprecher Hanspeter Krüsi noch keine neuen Erkenntnisse zum Brandanschlag und zu den Tätern. Spezialisten der Polizei seien daran, Brandschuttproben zu untersuchen, sagte Krüsi auf Anfrage. (sda)