Die Pfarrerinnen und Pfarrer in der reformierten Kirchgemeinde Stäfa wurden zu Kupplerinnen und Kupplern. Insgesamt 55 Singles aus der Region kamen am Montagabend in der Kirche zusammen, um einander kennenzulernen. Durch den Abend führte der reformierte Pfarrer Michael Stollwerk, der von den Organisatorinnen Diana Trinkner und Monika Götte als Moderator angefragt wurde. «Der Anlass war ein Erfolg. Ich war zu Beginn ja skeptisch, ob das hier auf dem Land auch funktioniert. Aber das Feedback der Teilnehmer war sehr positiv», sagt er.
Zwei Drittel Frauen
Eine der Teilnehmerinnen war die 45-jährige Sibylle Gambini aus Uerikon. «Der Anlass war als Gag ziemlich amüsant. Aber wer wirklich ernsthaft auf Partnersuche war, hatte es schwer», sagt Gambini. Denn es habe schlicht zu wenig Männer gehabt. «Etwa zwei Drittel der Teilnehmenden waren Frauen. Offenbar sind Frauen bei solchen Sachen etwas mutiger.» Trotzdem habe sie gute Gespräche führen können. «Einen ernsthaften Kandidaten für eine Partnerschaft fand ich allerdings nicht.»
Neue Freundinnen gewonnen
Trotzdem würde sie wieder an einem solchen Single-Anlass der Kirche teilnehmen. «Vielleicht müsste man dann aber tatsächlich ein Speed-Dating durchführen. So wäre das Kennenlernen noch gezielter.» Auch würde sie sich wünschen, dass das Männer-Frauen-Verhältnis einigermassen ausgeglichen wäre.
Auch Michael Stollwerk ist aufgefallen, dass es ein grosses Missverhältnis bei den Geschlechtern gab. Er sagt aber: «Die Frauen haben das ziemlich sportlich genommen. Einige sagten mir, es wäre ja auch schön, auf diese Weise eine Freundin für gemeinsame Aktivitäten zu entdecken», sagt der Pfarrer. «Der ganze Anlass war ein lockeres Kennenlernen. Es ging nicht nur darum, unbedingt einen neuen Partner zu finden.»
Vertrautes Gespräch bis in die Nacht hinein
Trotzdem habe er beobachten können, wie zwischen einigen Männern und Frauen angeregt diskutiert und Visitenkarten ausgetauscht wurden. «Als ich abends um 23 Uhr nach Hause ging, standen immer noch zwei Singles vor der Kirchentür und waren im vertrauten Gespräch.»
Wie viele Pärchen sich nun gebildet haben, wird sich zeigen. Am Ende des Abends konnten die Teilnehmer die Namen von jenen Personen, die sie gerne weiter treffen möchten, auf einen Zettel schreiben. Die Zettel werden nun von den Organisatoren ausgewertet. Kommt es zu Übereinstimmungen, werden die Singles von der Kirchgemeinde kontaktiert und die Adresse für weitere Kontakte werden ausgetauscht.