Filmtipp: Religion missbraucht, um Hass zu rechtfertigen

«BlacKkKlansman» erzählt von wahren Begebenheiten aus den 1970er-Jahren. Ein temporeicher und unterhaltsamer Weckruf gegen Rassismus.

Im Amerika der 1970er-Jahre schien es unmöglich zu sein, dass ein dunkelhäutiger Mensch einen Dienst bei der Polizei antreten konnte. In Colorado Springs gelang dies aber Ron Stallworth als erstem Afroamerikaner.

Mit Fleiss und Durchsetzungskraft verschaffte er sich so viel Respekt bei seinen Vorgesetzten, dass er verdeckt gegen den Ku-Klux-Klan ermitteln durfte – mit einer erfolgreichen, aber äusserst gefährlichen Idee: Er infiltrierte als Schwarzer den Ku-Klux-Klan. Das lief so ab, dass Stallworth die Verantwortlichen des Klans am Telefon mit flammenden rassistischen Aussagen blendete und sein jüdischer Kollege Flip Zimmerman ihn bei leibhaften Auftritten verkörperte.

Ihr Einsatz gegen Rassismus brachte dem Film eine lobende Erwähnung der Ökumenischen Jury ein. (Bild: Universal Pictures)

Gefährliches Spiel

Regisseur Spike Lee hätte diese auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte nicht temporeicher, spannender und unterhaltsamer inszenieren können: Schlagfertige Dialoge wechseln sich ab mit halsbrecherischen Situationen, in denen die Protagonisten nun wirklich aufzufliegen drohen. Alles scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis ihr gefährliches Spiel beendet wird.

Am Filmfestival von Cannes 2018 vergab die Ökumenische Jury eine lobende Erwähnung an «BlacKkKlansman» mit der Begründung, dieses Werk bedeute «einen Weckruf gegen Rassismus nicht nur in den USA, sondern in der ganzen Welt. Erzählt mit Witz und Horror, verurteilt dieser Film, dass Religion missbraucht wird, um Hass zu rechtfertigen.»

«BlacKkKlansman», Vereinigte Staaten 2018, Regie: Spike Lee, Besetzung: John David Washington, Adam Driver, Jasper Pääkkönen; Verleih: Universal Pictures Schweiz

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