«Mit tiefster Traurigkeit müssen wir mitteilen, dass Hisham Maizar heute Vormittag im Alter von 73 Jahren von uns gegangen ist», schreibt die FIDS auf ihrer Homepage.
Hisham Maizar, geboren in Jerusalem, war Schweizer mit palästinensischer Herkunft. Der pensionierte Arzt präsidierte die Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz, der rund 150 Islam-Zentren angehören.
Daneben stand Maizar auch dem Schweizerischen Rat der Religionen (SCR) vor und pflegte guten Kontakt zu den Schweizer Kirchen. Maizar habe sich seit der Gründung des SCR im Jahr 2006 mit Herz, Bedacht und Engagement für den interreligiösen Dialog in der Schweiz eingesetzt, schrieb der Rat in einer Mitteilung. Ein besonders grosses Anliegen sei ihm der Einsatz für den religiösen Frieden gewesen.
Reaktionen des Kirchenbunds und des reformierten St. Galler Kirchenrats
Der Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Gottfried Locher, sagte über den Verstorbenen: «Hisham Maizar war mein engster islamischer Gesprächspartner. Unsere Diskussionen waren offen, ehrlich und authentisch.» Maizar war kritisch und selbstkritisch, heikle Themen habe er nicht ausgeklammert. Mit Maizar war der interreligiöse Dialog mehr als Diplomatie, ihm ging es um Freundschaft. «Als Freund bleibt er mir in Erinnerung.»
Der St. Galler Bischof Markus Büchel und der evangelisch-reformierte Kirchenrat St. Gallen haben den Verstorbenen ebenfalls als Freund und Brückenbauer im interreligiösen Dialog gewürdigt.
Maizar verliess seine Heimat nach dem Sechstagekrieg 1967. Nach einem abgebrochenen Slawistikstudium in Sarajevo und einem Medizinstudium in Deutschland arbeitete er als Arzt in Chur. 1980 Übernahm er eine Arztpraxis in Roggwil TG, die er bis zu seiner Pensionierung Ende 2010 führte.
1982 liess er sich in Berg TG einbürgern. Der Muslim Maizar war verheiratet mit einer Katholikin aus dem Zillertal; seine Frau verstarb 2000. Maizar hat drei erwachsene Kinder. Er wohnte in St. Gallen. (sda/kath.ch)