Evangelischer Kirchentag in Hamburg eröffnet

Mit vier Gottesdiensten ist am 1. Mai der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg eröffnet worden. Nach Angaben der Veranstalter nahmen insgesamt rund 84000 Menschen an den Feiern teil.


Bundespräsident Joachim Gauck sagte in seinem Grusswort, sein Besuch und der seiner Vorgänger zeige, dass von den Kirchentagen «wichtige und hilfreiche Impulse für unser Land» ausgehen. Diese sollte «die Gesellschaft zur Kenntnis nehmen und ernsthaft prüfen», forderte das Staatsoberhaupt.

Der katholische Hamburger Erzbischof Werner Thissen betonte in seinem Grusswort, dass bereits im Vorfeld des Kirchentags zwischen den Konfessionen sehr viel gemeinsames Tun und Beten möglich gewesen sei. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hob den «Geist der Gemeinschaft und der Solidarität» hervor, der den Kirchentag präge. Das Treffen sei nicht bloss eine innerkirchliche Veranstaltung. «Vielmehr geht es um die Bedürfnisse aller – auch die Bedürfnisse der Andersgläubigen, auch die der Kirchenfernen», so der Bürgermeister.

Als bedeutsamen Schritt zur Toleranz bezeichnete Scholz den im Herbst verabschiedeten Vertrag Hamburgs mit den muslimischen und alevitischen Gemeinden, der von den christlichen und jüdischen Glaubensgemeinschaften «tatkräftig unterstützt» worden sei. Dieser regele unter anderem die Anerkennung der muslimischen Feiertage und sende so «die klare Botschaft, dass alle Religionen zu unserer Gesellschaft gehören.»