Erneuter Angriff auf Christen in Ägypten

Bei einem Angriff auf Sicherheitskräfte in der Nähe des weltberühmten Katharinenklosters in Ägypten ist ein Polizist getötet worden.

Das im sechsten Jahrhundert gegründete Katharinenkloster gilt als ältestes noch bewohntes Kloster des Christentums. (Bild: Wikimedia/Berthold Werner)

Wie das Innenministerium in Kairo erklärte, wurden bei einem Feuergefecht im Süden der Sinai-Halbinsel ein Polizist getötet und drei weitere Polizisten verletzt. Bewaffnete griffen den Angaben zufolge am Dienstagabend an einer Strasse zum Kloster aus dem Hinterhalt den Kontrollpunkt der Sicherheitskräfte an. Nach dem Schusswechsel seien die Täter geflüchtet.

Das im 6. Jahrhundert gegründete Katharinenkloster gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und steht in einem Gebirgsteil, der Christen, Muslimen und Juden als heilig gilt. Nach dem Alten Testament hat Moses dort die Tafeln mit den zehn Geboten überreicht bekommen.

Anschläge auf koptische Kirchen

Bereits vor eineinhalb Wochen haben sich in Ägypten Angriffe auf Christen ereignet. Am Palmsonntag sprengten sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft: einer in einer Kirche in der Nildelta-Stadt Tanta und einer vor einer koptischen Kathedrale in Alexandria. Die Zahl der Toten wird auf 46 beziffert, es gab mehr als hundert Verletzte. Zu den Anschlägen bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die vor allem im Nordsinai agiert. (epd)