Murseli Ibraimov, Vizepräsident der islamisch-albanischen Gemeinschaft, sagte am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, es habe schon lange der Verdacht bestanden, dass sich der Imam radikalisiert habe. Ibraimov bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Aargauer Zeitung.
Im Sommer soll der Prediger radikale Imame in Skopje, Mazedonien, besucht haben, sagte Ibraimov. Der Vorstand habe daraufhin einstimmig entschieden, den Imam per sofort freizustellen. Der Imam, der während acht Jahren für die islamisch-albanische Gemeinschaft tätig war, hatte die Freistellung gemäss Vizepräsident Ibraimov zunächst nicht akzeptiert.
Schlägerei nach Abschiedsrede
Nach der Abschiedsrede des Imam am Sonntag kam es zu einer Schlägerei in der Moschee. Einige Unterstützer standen auf und wurden handgreiflich. Die Aargauer Kantonspolizei rückte aus und kontrollierte 90 Personen. Zwei Verletzte begaben sich nach dem Vorfall zur Kontrolle ins Spital.
Als erste Massnahme hat der Vorstand nun beschlossen, den Aggressoren den Zugang zur Moschee zur verbieten und sie aus dem Verein auszuschliessen, wie die Aargauer Zeitung berichtete.
Gemeinderat könnte Moschee schliessen
Der Gemeinderat von Gebenstorf, der sich gegen die Moschee im Erdgeschoss einer ehemaligen Pizzeria bis vor das kantonale Verwaltungsgericht juristisch gewehrt hatte, machte die Auseinandersetzung publik. Die Moschee war im Mai eröffnet worden. Früher war die Gemeinschaft im Aargauer Kirchdorf aktiv.
Gemäss Ibraimov wird eine Besprechung mit der Kantonspolizei stattfinden. Auch der Gemeinderat will das Gespräch mit der Gemeinschaft suchen. Man werde solche Vorkommnisse nicht dulden, hiess es. Da es sich bei der Moschee um ein Vereinslokal handelt, könnte der Gemeinderat der Gemeinschaft die Bewilligung für den Betrieb entziehen. (sda)