Die Situation sei «mit einem Krieg oder einem Erdbeben vergleichbar», sagte Ochel am Mittwoch, 8. Oktober, im Interview mit der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Es gebe zwar keine materiellen Schäden, doch seien die psychologischen Folgen gravierend. «Stets sind die Menschen begleitet von Todesangst, die Kinder sind wochenlang im Haus eingesperrt und dürfen mit niemandem spielen.»
Zurzeit herrsche Panik im Land, so der Mediziner, der im Auftrag des katholischen Hilfswerks Misereor derzeit als medizinischer Berater in Liberia arbeitet. Oft überreagierten die Menschen und schlügen sofort Alarm, wenn jemand fiebrig aussehe. «In Liberia gibt einem noch nicht mal mehr jemand die Hand», so Ochel. Das entspreche der «No-touch»-Politik, die den Menschen nahelege, Berührungen ganz zu vermeiden.
Landesweit drei Psychologen
Landesweit gibt es nach seinen Angaben lediglich drei Psychologen. Dabei werde es in der Phase nach der Eindämmung der Epidemie viel personelle Hilfe zur psychologischen Aufarbeitung brauchen. Weitere zentrale Aufgaben seien Massnahmen zur wirtschaftlichen Erholung und die Wiedereröffnung der Schulen. (kipa)