Die fünf Darsteller von «reformiert. ein theater» stellen sich kurz vor. Die Laiendarsteller haben alle einen Bezug zur reformierten Kirche und sollen der Identitätssuche im Stück ein Gesicht, fünf Gesichter, geben. Sie erzählen, wie die ersten Reformierten sich im katholischen Kanton Zug für eine eigene Kirche einsetzten und schliesslich Gemeinde für Gemeinde ein eigenes Gotteshaus bekamen.
Das Stück beschränkt sich nicht auf das blosse Nacherzählen der Geschichte. Originalstimmen kommen zu Wort. Zum Beispiel die Stimme einer Frau, die noch erlebte, wie reformierte Schülerinnen auf der katholischen Mädchenschule diskriminiert wurden. Auch der heutige Pfarrer der Kirchgemeinde Ägeri kommentiert und erzählt als Stimme aus dem Off. Ganz fassbar wird die «reformierte Identität» nie. Mal ist es die engagierte Frau eines Industriellen, mal ein Mann, der gerne wie Robin Hood wäre. Die Darsteller wechseln zwischen den Würfeln hin und her wie zwischen Identitäten. Die Bewegung bringt Kurzweile in die Geschichte.
Das Stück ist überraschend postmodern, nutzt Bild, Licht und Ton und spielt mit Dokumentation und Fiktion. Die Darsteller wechseln zwischen Nachspielen und Selbstdarstellen. Freiwillig fiktiv, beschreibt die Erzählerin die Aufgabe der Darsteller. Die Form ist streng: Die Erzählerin aus dem Off führt durch das Stück und die Darsteller bewegen sich gut koordiniert durch den beschränkten Platz in den Würfeln. Die Form stand laut Regisseurin Debora Rother auch am Anfang des Projektes. Der Auftrag lautete, ein Stück über reformierte Identität so zu schreiben, dass es in einer Kirche aufgeführt werden könne. Sie habe sich für drei weisse Würfel entschieden, die nichts symbolisieren, aber für alles stehen können.
«reformiert. ein theater» ist das Jubiläumsprojekt von Jürg Rother, Pfarrer im Ägerital. Geschrieben wurde das Stück von seiner Tochter, Debora Rother, die Theaterwissenschaften studiert. Das Stück wird noch bis am 17. November 2013 aufgeführt.
Spieldaten:
Donnerstag, 7. November, Kirche Baar, 20 Uhr
Sonntag, 10. November, reformiertes Kirchenzentrum Hünenberg, 20 Uhr
Donnerstag, 14. November, Kirche Hünenberg, 20 Uhr
Sonntag, 17. November, Papierfabrik Cham, 19.30 Uhr