Die Glocke als Musikinstrument und Kommunikationsmittel

Das Forum Schlossplatz in Aarau widmet einem der ältesten Musikinstrumente und einem der ersten Massenkommunikationsmittel eine Ausstellung - der Glocke. Aufgezeigt wird, wie der Glockenklang im Verlaufe der Jahrhunderte polarisierte und faszinierte.

Heavy Metal: Die Burgerglocke im Berner Münster.
Heavy Metal: Die Burgerglocke im Berner Münster. (Bild: Andreasdz/wikipedia)

Glocken seien ein Massenkommunikationsmittel gewesen, lange bevor es den Buchdruck und das Internet gab, heisst es in einem Text zur Ausstellung. Und sie gehörten zu den ersten gestimmten Musikinstrumenten überhaupt.

Ihr Geläut übermittelte Botschaften und kündigte Ereignisse an: Geburt und Tod, Hochzeit und Stürme – oder schlicht die Zeit. Zudem ist der Glockenklang mit Emotionen verbunden. Während er für die einen zum gelebten kulturellen Erbe gehört, wird er von anderen als Ruhestörung und akustisches Machtsymbol erlebt.

Die Austellung «Bim bam wumm – Glockengeschichte(n)» präsentiert in fünf thematischen Räumen eine Auslegeordnung zum Thema Glocken. Sie vermittelt technisches Wissen und lüftet Geheimnisse zum Klangaufbau und zum Klangspektrum. Sie reflektiert zudem politische Aspekte und fragt nach der Bedeutung von Glocken in Alltag und Kunst.

Wie klingen schadhafte Geläute?

Die Schau will zudem die derzeit kontrovers geführte Debatte um das Glockengeläut in besiedelten Gebieten vertiefen. Akustische Beispiele zeigen auf, wie schadhafte Geläute vor und nach einer Revision klingen. Andere Hörbeispiele demonstrieren, wie unterschiedlich Glockengeläute in verschiedenen Regionen tönen.

Dass die Ausstellung erstmals in Aarau gezeigt wird, ist kein Zufall. In der Aargauer Kantonshauptstadt befindet sich die älteste und letzte Glockengiesserei der Schweiz. Eine der ersten Glocken mit der Bezeichnung «Fusa sum arow» – zu Aarau gegossen – entstand 1367 für die Kathedrale in Freiburg.

Die Ausstellung in Aarau dauert bis am 24. Januar 2016. Danach wird sie auch in Basel, Bern, Bubikon ZH und Neuenburg gezeigt. (sda)