Deutscher Kirchenpräsident: Homosexualität ist Teil der Schöpfung

Homosexualität sei weder Krankheit noch Sünde, sondern eine unveränderbare Veranlagung und Teil der Schöpfung. Dies sagte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung am 23. Juli dem Evangelischen Pressedienst (epd).


Jung ist Mitautor des umstrittenen Familienpapiers der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Unterdessen fordern 50 evangelische Pfarrer die Rücknahme des Papiers. Im Familienpapier mit dem Titel «Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken» fordert die EKD, alle Familienformen anzuerkennen und zu stärken und schliesst dabei auch Patchworkfamilien und homosexuelle Partnerschaften ein. Konservative Protestanten und Katholiken kritisieren das Papier, weil es in ihren Augen die traditionelle Ehe zwischen Mann und Frau entwerte und die Ökumene schwer belaste.

Die Kritik am Familienpapier entzündete sich nach Jungs Überzeugung vor allem an der Neubewertung homosexueller Lebenspartnerschaften, wie der epd berichtete. Es gebe zwar Bibelstellen, die Homosexualität verurteilten. Diese müssten aber heute anders gelesen werden. Homosexualität sei weder Krankheit noch Sünde, sondern eine unveränderbare Veranlagung und Teil der Schöpfung, sagte Jung dem epd.

Gemäss epd fordern unterdessen 50 Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Baden die Rücknahme des umstrittenen Familienpapiers. In einer Stellungnahme kritisieren die Geistlichen sowie weitere 150 Gemeindeglieder den Text als Missgriff und fordern die Streichung der Schrift als offizielle Orientierungshilfe der EKD.