Ab Herbst bietet die Hochschule Osnabrück erstmals Schulungen zum «interreligiösen Kochen» für Lehrer, Schulleiter, Küchenfachkräfte und Anbieter für Schulverpflegung an, wie der Evangelische Pressedienst meldet. Die Massnahme wird mit der steigenden Zahl von Ganztagsschulen sowie muslimischen und teilweise auch jüdischen Schülern begründet.
Es trage zum Verständnis untereinander bei, wenn die Speisevorschriften des jeweils anderen beim Mittagessen berücksichtigt würden, erklärten die Projektverantwortlichen. In einem christlich geprägten Land sei es schwierig, die Gesellschaft für religiöse Speisevorschriften zu sensibilisieren. Denn im Christentum gebe es ausser dem Fasten etwa vor Ostern keine Regeln.
Vertreter der Jüdischen Gemeinde, der Moscheegemeinden und der Kirchen lobten das Projekt. «Es bürgt für Toleranz und Verständnis», sagte Rabbiner Moshe Baumel während eines gemeinsamen Schaukochens. Dabei sei ihm bewusst, dass es wirklich koscheres Essen in keiner allgemeinbildenden Schule in Deutschland geben werde. Die jüdischen Speiseregeln seien sehr kompliziert. Deshalb habe sich der Experten-Beirat für ein «koscher-style Essen» ausgesprochen: «Ein solcher Kompromiss ist besser als gar nichts.»
Auch Dua Zeitun vom Landesverband der Muslime in Niedersachsen zeigte sich sehr zufrieden. Es sei wichtig, dass die Schüler sich mit diesem Thema auseinandersetzten.
Zwei Jahre hat die Hochschule, unterstützt von einem Projektbeirat, die Speiseregeln erforscht, Speisepläne und Kochrezepte erarbeitet. Die Ergebnisse sind in ein Buch unter dem Titel «Inklusion durch Schulverpflegung» eingeflossen.