Computer-assistierter Gottesbeweis reicht nicht

Wissenschaftler haben einen Gottesbeweis von Mathematiker Kurt Gödel mit einem Computer nachgerechnet und für gültig befunden. Die Vorgehensweise der Wissenschaftler sei zwar formal korrekt, aber kein tatsächlicher Erfolg, sagt Philosoph Guido Kreis.

(Bild: Wikimedia/T3ku)

Kreis habe die Medienberichte über den errechneten Gottesbeweis als unseriös bezeichnet, berichtet der Pressedienst «epd» am 9. September. Das entwickelte Computerprogramm könne laut Kreis nichts zeigen, was vorher nicht schon bekannt gewesen sei. Die Schlussfolgerung ‚Gott existiert‘ sei tatsächlich wahr, wenn die Hintergrundannahmen wahr sind, erklärt Kreis im Interview mit dem «epd». Dieser Zusammenhang sei nie bestritten worden. Der Rechner könne alleine diesen Zusammenhang bestätigen, mehr nicht. Ausserdem könne der Computer nicht beurteilen, ob die gemachten Definitionen tatsächlich angemessen sind.

Dies ist auch den Wissenschaftlern klar. Der Computerwissenschaftler Christoph Benzmüller, der am Nachweis beteiligt war, sagte gegenüber dem Onlineportal «heise.de», Gödel habe für seinen Gottesbeweis die Reduzierung der Frage auf begrifflich-logische Untersuchungen gewählt. Viele sähen diese Vorgehensweise als inakzeptable Extremform an. Er sieht in den Resultaten laut «heise.de» vor allem «interessante neue Perspektiven für eine Computer-assistierte theoretische Philosophie beziehungsweise Metaphysik».