Bischöfe: Nach wir vor keine Eucharistie für Protestanten

Dürfen auch Protestanten die Kommunion bei der Eucharistiefeier der Katholiken empfangen? Nein, dürfen sie nicht. Auch wenn dieser Umstand kirchenrechtlich keine Neuigkeit ist, bereiten die Schweizer Bischöfe derzeit ein Grundsatzpapier über die «Normen zum Empfang der Eucharistie» vor.


Nach katholischer Lehre kann die Eucharistie nicht mit Reformierten geteilt werden. In der Praxis hielten sich jedoch die Priester kaum an diese Vorgabe aus Rom, schreibt die NZZ am Sonntag (11. Mai). Gerade bei gemischtkonfessionellen Hochzeiten tauche das Problem auf.

Dies gehe soweit, dass den Priestern in dem Papier empfohlen werde, bei gemischtkonfessionellen Hochzeiten präventiv keine Eucharistie zu feiern, damit die evangelischen Hochzeitsgäste nicht in Versuchung kämen, eine Hostie in Empfang zu nehmen, so die NZZ weiter. Dazu Josef Annen, Zürcher Generalvikar, zur Zeitung: «Es soll so bleiben, wie es sich in der Praxis bewährt hat: Im Einzelfall soll es der pastoralen Klugheit der zuständigen Seelsorger überlassen werden, ob die Feier als Wortgottesdienst oder als Eucharistie gestaltet wird.»

«Eine Delegation des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds ist bereits vor einigen Monaten über den Inhalt des Papiers informiert worden», so Spengler. Die Bischofskonferenz werde sich an ihrer nächsten Versammlung Anfang Juni mit dem Thema beschäftigen. Wann das Papier veröffentlicht werde, sei noch offen.

Angesprochen auf mögliche Auswirkungen auf die Ökumene sagt Spengler: «In dem Papier bekräftigen die Bischöfe auch weiterhin ihren Willen zur Ökumene.»