Bericht sieht weltweite Verschlechterung der Religionsfreiheit

EU-Parlamentarier haben die Religionsfreiheit ausserhalb Europas untersucht. Es gebe zwar einige positive Entwicklungen, doch die Probleme überwiegen.


Die Religionsfreiheit wird laut einem Bericht aus dem Europaparlament in der Welt immer weniger geachtet. «Die Situation verschlechtert sich weiter», sagte der Co-Chef der Parlamentariergruppe für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Dennis de Jong, am 4. September. Ein grosser Teil der Weltbevölkerung werde dieses Menschenrechtes beraubt, heisst es im Jahresbericht der Gruppe.

Zu den Betroffenen gehören die in Myanmar verfolgten muslimischen Rohingya, wegen Blasphemie zum Tode verurteilte Christen in Pakistan und Atheisten, die in Indien dämonisiert werden. Für den Bericht wurden 122 Länder ausserhalb der EU untersucht. Eine Reihe von ihnen wie China, Somalia, Irak und Afghanistan erhalten zehn von zehn Punkten für massive Verletzungen der Religions- und Weltanschauungsfreiheit.

Ansätze für mehr Toleranz

Daneben berichtet die Gruppe auch von positiven Entwicklungen. So gebe es in Ägypten Ansätze, um extremistische Ideen aus Schulbüchern zu tilgen und Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe mehrfach die Christmesse der koptischen Minderheiten-Kirche besucht. In der Zentralafrikanischen Republik hätten Christen und Muslime gemeinsam einen Workshop zur Heilung von Traumata veranstaltet und China besitze eine furchtlose Zivilgesellschaft, die immer wieder Menschenrechtsverletzungen anprangere.

Der Bericht enthält ferner Empfehlungen an Akteure wie den Europäischen Auswärtigen Dienst, um die Religions- und Weltanschauungsfreiheit in Drittländern konkret voranzubringen. So empfehlen die Parlamentarier etwa, bei Weiterbildungsmassnahmen für EU-Diplomaten klar zu vermitteln, dass die Religions- und Weltanschauungsfreiheit die Anhänger aller religiösen und nicht-religiösen Glaubens- und Weltanschauungen umfasst, auch solche, die nicht in grossen Organisationen zusammengeschlossen sind und wenig Gehör finden. (epd/pd)