«In letzter Zeit führe ich durch einige Beerdigungen, die nur noch am Grab und im engsten Familienkreis stattfanden», schreibt Corinne Dobler in ihrem Blog. Es habe keine anschliessende Abschiedsfeier in der Kirche und keine Öffentlichkeit gegeben.
Zur Begründung hätten ihr die Angehörigen zum Beispiel gesagt: «Ach, sie war schon so alt, es kannte sie eh niemand mehr.» Oder: «Ich will all die Neugierigen nicht dabei haben. Sind ja eh alles nur Heuchler und Neugierige.» Und noch schlimmer: «Ja, das hätte ihr gefallen, wenn nun alle kämen und Abschied nehmen würden, aber wir sind dagegen.»
Für die Pfarrerin sei die Beerdigung im «engsten Familienkreis» eigentlich praktisch, da es viel weniger vorzubereiten gebe, schreibt Dobler. Aber dieser Trend sei problematisch. Denn: In einer grossen Gemeinschaft Abschied von einem Angehörigen zu nehmen, könne ein Gefühl des Trostes vermitteln, ein «Gehalten-Sein besonders in diesen schwierigen Momenten». Und durch den Abschied im engsten Familienkreis nehme man den Bekannten und Freunden die Möglichkeit, in einer rituellen Form Abschied zu nehmen. «Man schliesst sie aus.»
Lesen Sie hier Corinne Doblers Blog-Beitrag.