Basel: Staatsanwalt überprüft Plakat des Islamischen Zentralrates

Ein Plakat des Vereins «Islamischer Zentralrat Schweiz» (IZRS) ist der Staatsanwaltschaft in Basel übergeben worden. Diese soll prüfen, ob das Plakat strafrechtlich relevanten Inhalt hat. Das bestätigte die Leiterin des Basler «Runden Tisches der Religionen», Lilo Roost Vischer, gegenüber der Basler Zeitung von Donnerstag 21. November.


Das umstrittene Plakat hing in der Basler König-Faysal-Moschee und soll gemäss Zeitung die Schweizer als «Kuffar» (abschätzig für Ungläubige) bezeichnet haben. Der IZRS soll zudem Anfang November auf einem zentralen Platz in der Stadt «Hetzschriften», so die Zeitung, verteilt haben, die unter anderem den Tod für Menschen verlangen, die sich vom Islam abwenden.

Ein grosses Problem bei solchen theologischen Schriften bestehe darin, sie richtig zu übersetzen und zu interpretieren, sagte Lilo Roost gegenüber der Zeitung. Der von der Basler Zeitung zitierte «Aufruf zum Krieg gegen Ungläubige» müsse sorgfältig überprüft werden. Die Schriften seien einem Islamwissenschaftler der Universität Basel übergeben worden. Wenn die von der Zeitung gelieferte Übersetzung stimme, dann werde der «Runde Tisch» das nicht tolerieren, so Lilo Roost.

Der IZRS äussert sich auf seiner Internetseite erstaunt über die Vorwürfe der Zeitung. Man werde den Inhalt des Werks «Das Buch der vereinfachten Rechtswissenschaft» überprüfen. Der IZRS weist darauf hin, dass die Informationsstände wie in Basel von lokalen Teams organisiert und gehalten würden. Dies erschwere eine «totale Übersicht». «Prinzipiell» werde aber nur Infomaterial in deutscher und französischer Sprache durch den IZRS genehmigt.