Basel feiert Fussball, Kunst und Kirche

Während die Fans des FC Basel am 2. Juni im St. Jakob-Park den Meistertitel ihres Clubs bejubelten, feierten 2‘500 Besucher beim Münster die «Nacht des Glaubens».

Die britisch-kanadische Band «The Shiyr Poets» unterhält die Besucher der Basler «Nacht des Glaubens» auf dem Münsterplatz. (Bilder: Dominik Plüss)

Die «Nacht der Glaubens» lockte am vergangenen Freitag rund 2‘500 Besucher auf  den Münsterplatz: 25 Veranstaltungen mit mehr als 200 Künstlerinnen und Künstlern wurden geboten.

Kirchenratspräsident Lukas Kundert eröffnete den Anlass: Er begrüsste die Katholiken, Orthodoxen, Christkatholiken, Freikirchler und Reformierten auf «dem Platz, auf dem Menschen schon immer Gott gelobt» haben. Für Kundert gehören Kunst und Kirche zusammen. «Kunst bildet das ab, was nicht sichtbar ist und doch dahinter steht.» Das treffe auch auf Gott zu.

Lebenskunst im öffentlichen Raum

Zahlreiche Vertreter von Kirche, Politik und Kultur waren unter den Besuchern. Nationalrat Eric Nussbaumer überbrachte die Grüsse der Politik. Für den Baselbieter verkörpert das «Festival für Kunst und Kirche» ein Stück Hoffnung. Nussbaumer zeigte sich beeindruckt, dass die Kirchen auf dem Münsterplatz für die Ökumene einstünden und «Lebenskunst in den öffentlichen Raum» tragen würden.

Beeindruckt zeigte sich auch Kirchenbundspräsident Gottfried Locher: Es sei erstaunlich, wie «selbstverständlich und fröhlich» die Kirchen auftreten und feiern würden, auch wenn sie in Basel inzwischen eine Minderheit bildeten.

Ohne die katholische Kirche

Das Festival war die zweite Auflage der «Nacht des Glaubens». 2013 besuchten 15’000 Personen die Veranstaltungen. Dieses Jahr mussten die Organisatoren das Programm redimensionieren und den Festort von der Innenstadt auf den Münsterplatz verlegen, denn der FCB hatte seine Meisterfeier just auf das gleiche Wochenende gelegt. Die Kirchen mussten weichen. Da die Veranstaltungen nur rund ums reformierte Münster stattfanden, machte jedoch die katholische Kirche des Kantons Basel-Stadt in diesem Jahr nicht mit.

 

Kirchenbundspräsident Gottfried Locher (links) und der Basler Kirchenratspräsident Lukas Kundert geniessen die Stimmung an der «Nacht des Glaubens» auf dem Münsterplatz in Basel.

 

Organisator Beat Rink zeigte sich davon unbeeindruckt. «Wir lieben den Fussball und den FCB», rief der Kulturbeauftragte der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt von der Openair-Bühne und grüsste den FCB mit einem Augenzwinkern.

Von «Dust in the Wind» bis Beethoven

Das Programm war vielfältig: Vom Georgsturm herab eröffnete der Posaunenchor «Amor Brass Quintett» den Abend. Auf dem Münsterplatz stimmte später die britisch-kanadische Band «The Shiyr Poets» den Welthit «Dust in the Wind» an, während im Münster das Jugend-Sinfonieorchester Basel Beethoven spielte. Und in der Niklauskapelle sangen Jungendliche und junge Erwachsene Lobpreis-Lieder.

Ein wenig Fussball muss sein

Ganz ohne Fussball ging es aber auch in der «Nacht des Glaubens» nicht: In einer Autorenlesung trug Pfarrer Martin Dürr Fussball-Weisheiten aus seiner Kolumne vor. Und auf dem Münsterplatz spielten die Besucher in einem riesigen «Fairplay XXL»-Töggelikasten gegeneinander.

Beat Rink zeigte sich mit dem Anlass zufrieden. Die Rückmeldungen seien gut. Das Ziel, Kunst und Kirche auf einem professionellen Niveau ins Gespräch zu bringen, habe man erreicht. Rink stellte fest, dass Künstler zunehmend bereit seien, mit der Kirche zusammenzuarbeiten. Man plane eine weitere «Nacht des Glaubens» in zwei Jahren. Wie diese dann aussieht, hänge davon ab, wie stark sich die Kirchen engagierten.

 

Dieser Artikel stammt aus der Online-Kooperation von «reformiert.», «Interkantonaler Kirchenbote» und «ref.ch».
Tilmann Zuber/Kirchenbote