Australien verweigert Holocaustleugner Williamson die Einreise

Der britische Traditionalistenbischof und Holocaustleugner Richard Williamson darf nicht zu einer Vortragsreise nach Australien. Die Regierung in Canberra entzog dem 74-Jährigen die Einreiseerlaubnis, wie die Online-Zeitung «Australian Jewish News» (12. Juni) unter Berufung auf einen Sprecher des zuständigen Ministeriums meldete.


Die Behörde war vergangene Woche von der Zeitung über umstrittene Aussagen Williamsons unterrichtet worden. Ein Sprecher des Erzbistums Canberra erklärte laut «Australian Jewish News», die katholische Kirchenleitung habe keine Kenntnis von der Besuchsabsicht Williamsons gehabt.

Williamson hatte die Zahl der von den Nazis ermordeten Juden mit höchstens 300 000 beziffert und die Existenz von Gaskammern in den Vernichtungslagern bestritten. Entsprechende Aussagen waren 2008 von einem schwedischen Fernsehsender in einem Interview im deutschen Priesterseminar der Piusbruderschaft in Zaitzkofen bei Regensburg aufgezeichnet worden.

Das Anfang 2009 veröffentlichte Interview löste einen internationalen Skandal aus, denn Williamson gehörte zu den vier Bischöfen der Pius-Bruderschaft, deren Exkommunikation Papst Benedikt XVI. kurz danach aufgehoben hatte.