Der Stiftsbezirk St.Gallen umfasst neben Baudenkmälern und archäologischen Denkmälern auch die Kulturgüter der Stiftsbibliothek und des Stiftsarchivs. Zur Vermittlung des Weltkulturerbes stellt der Kanton St.Gallen als Eigentümerin den rund 250 Quadratmeter grossen Ausstellungssaal am Klosterhof zur Verfügung − besser bekannt als Kulturraum am Klosterplatz. Damit erhält das Stiftsarchiv erstmals die Möglichkeit, seine Schätze in konservatorisch einwandfreier Umgebung und unterstützt von moderner Ausstellungstechnik der Öffentlichkeit zu präsentieren, wie es im Lotteriefonds-Bericht der St.Galler Regierung heisst.
Klosterplan und frühmittelalterliche Urkunden
Die Nutzung des Ausstellungsraums am Klosterhof sei für die Vermittlung des Weltkulturerbes auch deshalb ideal, weil sich direkt vor dessen Eingang die St.Galler Klosteranlage erhebt. Stiftsarchiv und Stiftsbibliothek bespielen den neuen Ausstellungssaal gemeinsam. Dabei sollen kostbare Originaldokumente präsentiert werden, darunter der St.Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert sowie frühmittelalterliche Privat− und Herrscherurkunden.
Ausstellungseröffnung im Frühling 2019
Die Eröffnung der Ausstellung ist für Frühling 2019 geplant, 1300 Jahre nach der Klostergründung. Für die Realisierung der Ausstellung sind eine Million Franken budgetiert. Rund 650’000 Franken sind von zwei Stiftungen in Aussicht gestellt. Darüber hinaus gibt es Zusagen von der Stadt St.Gallen sowie einer weiteren Stiftung von je 25’000 Franken. Aus dem Lotteriefonds sind 200’000 Franken für die Ausstellung vorgesehen.
Nach Vorgaben der Unesco wurde ein Managementplan erarbeitet. Ohne Managementplan wäre das Label «Unesco-Weltkulturerbe», das der Stiftbezirk St.Gallen 1983 erhielt, in Gefahr. Der Managementplan soll alle vier Jahre aktualisiert werden.
Detailinventar aller Gebäude
Eine der Aufgaben ist es, ein Detailinventar aller Gebäude des Stiftsbezirks zu erstellen, verbunden mit der Aufarbeitung der jüngeren Baugeschichte und der Verzeichnung aller bestehenden Dokumentationen zum Baubestand. Die Kosten für das Projekt sind auf 300’000 Franken veranschlagt.
Verantwortlich für die Ausarbeitung des Managementplans war der Verein Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen, der vor vier Jahren gegründet wurde. Die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Der Managementplan wird Ende November präsentiert. (sda)
Hinweis:
Der St. Galler Klosterplan wird zurzeit im deutschen Messkirch realisiert. Mehr dazu im bref-Magazin Nr. 18/2016 . Es kann hier bestellt werden.