Alkohol, Angst und Streit: Gut besuchte Seelsorge am Heavy-Metal-Festival

Auch Fans von harter Rockmusik machen von Seelsorge gebrauch. Dies zeigt die Seelsorge-Bilanz des dreitägigen Wacken-Festivals in Deutschland. In mehr als 200 Fällen habe man helfen können, so das Team evangelischer Festivalseelsorger.

Sunny Koglin und Uli Kruse gehörten zum Seelsorgeteam am diesjährigen Wacken-Festival. Insgesamt standen 19 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. (Bild: zVg/Nordkirche)

Vor allem junge Besucher hätten sich an die 19 ehrenamtlichen Helfer mit ihren Sorgen und Nöten gewendet, sagte Landesjugendpastor Tilman Lautzas von der Nordkirche am Sonntag zum Abschluss des weltgrössten Heavy-Metal-Konzertmarathons gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Unter anderem sei es um Streit unter den Konzertbesuchern, Beziehungsprobleme, Ängste und Überforderungen durch die besondere Festivalsituation mit Lärm, Regen und Alkohol gegangen.

Katholischer Seelsorger künftig auch dabei

Gerade bei jungen Metalfans mit psychischen Problemen seien persönliche Lebenskrisen und Stresssituationen aufgetreten, sagte Lautzas, der die Festivalseelsorge organisiert, laut dem epd. Vor allem vor dem Festival und zu dessen Beginn hätten die Helfer alle Hände voll zu tun gehabt. Die Zusammenarbeit mit Rettungskräften und Polizei sei noch besser verlaufen als in den Vorjahren. Im kommenden Jahr wolle die Festivalseelsorge einen katholischen Kollegen einsetzen, sagte Wacken-Pfarrer Lautzas.

Für hilfesuchende Festivalbesucher war ein Seelsorgeteam rund um die Uhr in einem Zelt bei den Rettungskräften ansprechbar. Dazu zählten Psychologen, Mediziner, Sozialpädagogen, Erzieher und Theologen. In Zweierteams gingen die Helfer auch über das Festivalgelände. Die Nordkirche bietet diesen Dienst auf Wunsch der Festivalveranstalter seit sieben Jahren an.

Marilyn Manson und Martin Luther

Mehr als 75’000 Besucher aus mehr als 80 Nationen waren von Donnerstag bis Samstag in dem 2000-Einwohner-Dorf Wacken in Schleswig-Holstein zusammengekommen. Rund 150 Bands traten auf, darunter die Grusel-Rock-Legende Alice Cooper, Accept, Volbeat, Status Quo und Marylin Manson.

Die Botschaft des Reformators Martin Luther, sich aus verfestigten Strukturen zu befreien und das Leben mutig anzugehen, könne auch Metalfans ansprechen, merkte die Wackener Gemeindepastorin und Festivalseelsorgerin Petra Judith Schneider mit Blick auf das 500. Reformationsjubiläum an. Sie gestaltete am Mittwochabend den Eröffnungsgottesdienst des Festivals in ihrer voll besetzten Kirche. (epd)