AG: Grosser Andrang an der Trauerfeier für Opfer des Vierfachmordes

Über 600 Personen haben am Freitag in Rupperswil AG an einem Gedenkgottesdienst für drei der vier Opfer des nach wie vor ungeklärten Tötungsdelikts teilgenommen. Vertreter von Kirche und Politik sprachen tröstende Worte.

In der Trauerfeier legten Schulkameraden von Davin (13) Steine in Herzform auf ein goldenes Tuch. (Bild: ref.ch/Weymann)

Rund 400 Teilnehmende fanden in der reformierten Kirche einen Sitz- oder Stehplatz, weitere 200 folgten der Übertragung im Kirchgemeindehaus. Etliche mussten aber auch draussen im Regen warten, so gross war der Andrang. Unter den Teilnehmenden befand sich auch der Aargauer Justizdirektor Urs Hofmann sowie der Kirchenratspräsident der reformierten Landeskirche Christoph Weber-Berg.

«Wie ein Meteorit»

Das Leben in der ländlichen Gemeinde Rupperswil habe sich mit dieser Tat auf einen Schlag geändert, sagte Gemeindeammann Ruedi Hediger. Alle seien verunsichert, und man wisse nicht, wie man sich verhalten soll. Es gebe Fragen über Fragen, aber keine Antworten.

Carla Schauer habe im Leben immer wieder einen Weg gefunden, sagte Pfarrer Christian Bühler über das älteste der vier Opfer. Jetzt sei der Weg abgebrochen. Ihr Lebenspartner habe die Tat mit einem Meteoriten verglichen, der genau dieses Haus in Rupperswil getroffen hat. Aber: «Niemand kann uns die Liebe nehmen, die wir für sie gehabt haben», so Bühler.

Weitgehend Film- und Fotografierverbot

Riesig war auch das Interesse der Medien. Für deren Arbeit in und um die Kirche erliess die reformierte Landeskirche des Kantons Aargau strenge Regeln. Filmen und Fotografieren war vor, während und nach der Trauerfeier im Umfeld der Kirche nicht erlaubt.

Auch Personen durften nicht fotografiert, gefilmt oder befragt werden. Erst nach dem Gottesdienst waren Bildaufnahmen in der Kirche erlaubt. Die Urnenbeisetzung der drei Opfer fand im engsten Familienkreis statt.

Noch eine Trauerfeier am Samstag

Die Trauerfeier für das vierte Opfer, die 21-jährige Freundin des älteren Sohnes, findet am Samstag in Hunzenschwil AG statt. Die Trauerfamilie bittet die Teilnehmenden, auf Trauerkleidung zu verzichten. Stattdessen solle man mit Sneakers zum Gottesdienst kommen, die junge Frau habe diese Art von Schuhen gemocht.

Tat auch nach drei Wochen noch ungeklärt

Über der ganzen Gedenkfeier für die ermordete 48-jährige Mutter Carla und ihre 13 und 19 Jahre alten Söhne Davin und Dion schwebte am Freitag die Frage nach den Hintergründen der Tat. Diese sind knapp drei Wochen nach den Ereignissen in einem Einfamilienhaus in Rupperswil noch immer nicht geklärt.