Im Firmengebäude des Migros-Fleischverarbeiters im Toggenburg. «Wir bitten Sie, die Ruhe und Entspannung Ihrer Kolleginnen und Kollegen zu respektieren», steht an einer Tür. Dahinter liegt ein nüchtern eingerichteter Raum: sieben schwarze Liegen, pastellfarbene Wände, ein Massagestuhl, abgeschirmt hinter einem Paravent. An der Wand hängt eine Industrieuhr.
Drei Ruheräume stehen den rund 800 Angestellten zur Verfügung, je nachdem in welcher Hygienezone sie arbeiten. Täglich werden in Bazenheid bis 75 Tonnen Wurstwaren produziert. Was vorne in Form von halben Schweinehälften angeliefert wird, kommt hinten zerlegt, verarbeitet und vakuumiert heraus. In Spitzenzeiten, etwa bei der Produktion von Blut- und Leberwürsten, wird in zwei Schichten gearbeitet.
Die Arbeit ist streng, manche stehen ganztags oder arbeiten permanent bei 5 Grad. Die Ruheräume werden entsprechend gut genutzt: um die Pause zu verbringen, für ein Schläfchen oder einfach um die Füsse hochzulagern. Zweimal wöchentlich wird hier eine kurze Massage angeboten, kostenlos, aber nicht auf Arbeitszeit.
«Wir bitten Sie, die Ruhe und Entspannung Ihrer Kolleginnen und Kollegen zu respektieren». Nur jemand hält sich nicht daran: Die Uhr an der Wand. Wenn der Minutenzeiger springt, unterbricht ein Klicken die Ruhe.
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