Lob für Terror-Verurteilung durch Islamgelehrte

Der Weltkirchenrat in Genf begrüsst die Verurteilung der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) durch führende internationale Islamgelehrte. Diese hatten letzte Woche in einem 18-seitigen Offenen Brief dargelegt, warum der IS in eklatantem Widerspruch zu den Lehren des Koran steht.

Ausschnitt aus der Flagge des IS mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis: «Es gibt keinen Gott ausser Gott. Mohammed ist der Gesandte Gottes.» Bild: Zscout370/Wikimedia

Die «präzise, detaillierte und fundierte Zurückweisung von Ansprüchen des IS, den authentischen Islam zu vertreten», sei ein wichtiges Mittel für islamische Führer, die um ein Zusammenleben aller Religionen in Würde und Respekt bemüht seien, erklärte der Generalsekretär des Kirchenrats, Olav Fykse Tveit, am Dienstag in Genf. Er hoffe auf eine weitere Zusammenarbeit mit den «entscheidenden muslimischen Freunden und Partnern», zu denen auch einige Teilnehmer der jüngsten Initiative gehörten.

In einem am 24. September veröffentlichten Offenen Brief sprachen 126 muslimische Geistliche und Koranwissenschaftler den Islamisten die Kompetenz für Religionsurteile ab. Die Ausrufung eines Kalifats sei unzulässig. Unter den 24 Punkten des Dokuments bekräftigen die Gelehrten den vom Koran geforderten Schutz von Christen und anderen religiösen Minderheiten. Akte wie Folter und Leichenschändung, Versklavung, Zwangsbekehrungen und Unterdrückung von Frauen seien im Islam verboten. (kipa)