Deutsche Reformierte: Zahl der Austritte hat sich mehr als verdoppelt

Die evangelisch-reformierte Kirche Deutschlands muss im laufenden Jahre mehr als doppelt so viele Austritte verkraften wie 2013, wie der Evangelische Pressedienst (epd) meldet. Als Hauptgrund nannte Kirchenpräsident Martin Heimbucher am Freitag in Emden die automatisierte Abführung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge.

Die Johannes a Lasco-Bibliothek im deutschen Emden: Hier tagt jeweils die Synode der reformierten Kirche.
Die Johannes a Lasco-Bibliothek im deutschen Emden: Hier tagt jeweils die Synode der reformierten Kirche. (Bild Matthias Süssen/wikimedia)

Dies habe zu Verunsicherungen bei den Kirchenmitgliedern geführt, sagte er gemäss epd vor der reformierten Synode. Seit Jahresbeginn haben rund 700 Personen die reformierte Kirche verlassen. 2013 waren es 299. Für etliche Menschen reichten offenbar die Reizwörter «Steuerabzug» und «Kirche» auf dem Kontoauszug, um auszutreten, sagte Heimbucher.

Ab 2015 wird die Kirchensteuer auf Kapitalerträge automatisch abgezogen. An der Steuerhöhe ändert sich nichts. Die angekündigte Umstellung hatte dennoch zu Irritationen bei Kirchenmitgliedern und zu erhöhten Austrittszahlen geführt. Dabei seien die meisten Menschen wegen der geltenden Freibeträge gar nicht betroffen, so Heimbucher.

Zur Evangelisch-reformierten Kirche Deutschlands gehören rund 183‘000 Mitglieder in 145 Gemeinden zwischen Ostfriesland und dem Allgäu. Von den Einnahmen stammen rund zwei Drittel oder 28,3 Millionen Euro aus der Kirchensteuer. Grösster Ausgabeposten des Haushalts sind nach Heimbuchers Worten die Gehälter für die Mitarbeiter, für die rund 21,2 Millionen Euro veranschlagt sind. (epd)