«Wir sind Kirche» zu 100 Tagen Papst Franziskus

100 Tage nach dem Amtsantritt von Papst Franziskus setze die internationale Bewegung «Wir sind Kirche» begründete Hoffnung auf einen grundlegenden Wandel in der Führungsebene der katholischen Kirche.


«Wir begrüssen alle Schritte in Richtung einer grösseren Treue zum Evangelium», heisst es in einer Mitteilung der internationale Reformbewegung «Wir sind Kirche». Gleichzeitig fordere sie alle katholischen Gemeinden auf, die Leitungsstruktur der verfassten Kirche, in der immer noch mittelalterliche Privilegien vorherrschend seien, «neu und kritisch in den Blick zu nehmen».

Die tiefen Krisen der katholischen Kirche seien noch lange nicht überwunden, «aber jetzt sehen wir zumindest wieder eine bessere Chance für unsere Kirche, eine weltweite Gemeinschaft von 1,2 Milliarden Gläubigen, authentische und überzeugende Möglichkeiten zu finden, die Frohe Botschaft Jesus zu verbreiten», heisst es weiter.

Franziskus, der Bischof von Rom, habe bis jetzt keinen dogmatischen, sondern einen pastoralen Leitungsstil gezeigt, den die Gläubigen schon so lange ersehnt hätten. Man hoffe, dass seine einfachen, aber starken Gesten des barmherzigen und gütigen Dienstes die Haltung von allen Klerikern und von jenen, die noch an überholten Formen religiöser Praxis festhalten, verändern werde.

Doch der Veränderung im Führungsstil müssten auch grundlegende Reformen auf der Linie des Zweiten Vatikanischen Konzils folgen. Andernfalls würden Frustration und weiterer Verlust an Glaubwürdigkeit innerhalb und ausserhalb der katholischen Kirche enorm sein.

Kernfragen, die angegangen werden müssten, seien neue Formen des Dialogs, der Dezentralisierung und der kollegialen Verwaltung in Einklang mit den Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils sowie eine neue Bewertung der Rolle von Frauen.