Von etwa 80’000 Büchern und Manuskripten seien etwa zwei Drittel verbrannt, hiess es aus Kreisen der Sicherheitskräfte. Darunter seien alte Koran-Ausgaben, seltene wissenschaftliche Abhandlungen sowie Dokumente über die Geschichte von Tripoli und das Judentum.
Die betroffene Saeh-Bibliothek befindet sich im Besitz eines griechisch-orthodoxen Priesters. Dieser sagte im libanesischen Fernsehen, er verzeihe den Brandstiftern. Aus Protest gingen am 4. Januar mehrere hundert Menschen auf die Strasse. Ein Demonstrant sagte einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP, der Bibliotheksbesitzer respektiere den Islam und nehme an sämtlichen muslimischen Feiern teil. Auch der libanesische Regierungschef Mikati, muslimische Würdenträger und Vertreter der Zivilgesellschaft verurteilten die Brandstiftung.
Am 2. Januar war laut Sicherheitskreisen in einem zum Druck bestimmten Manuskript der Bibliothek eine «den Islam und den Propheten Mohammed beleidigende Schrift» gefunden worden. Darüber verärgert, hätten «einige Jugendliche» die Bibliothek angezündet. Nach ihnen werde gefahndet.
Tripoli ist die wichtigste Stadt im nördlichen Libanon. Die Mehrheit der Einwohner gehört der sunnitischen Glaubensrichtung des Islams an.