Westschweizer Fernsehen und Radio kippt Religionssendungen

Das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS streicht alle religiösen Magazinsendungen. Einzig die Übertragung von Gottesdiensten ist ausgenommen.

Die Sendung «faut pas croire».
Die Sendung «faut pas croire». (Bild: Screenshot RTS)

Die RTS hat am Dienstag Sparmassnahmen angekündigt. Verschiedene Sendungen sind betroffen, darunter auch zwei Radio-Sendungen – «A vue d’Esprit» und «Hautes Fréquences» – und eine am Fernsehen – «Faut pas croire».

Gemeinsam mit der RTS trugen bisher die religiösen Unternehmen Médias-pro und Cath-Info die Verantwortung für die Sendungen, die ab 2017 eingestellt werden sollen. Das sei zweckwidrig und überrissen, schreiben die Direktoren der beiden Unternehmen, Bernard Litzler von Cath-Info und Michel Kocher für den reformierten Partner Médias-pro.

Unverständlicher Entscheid

Mit dem Wegfall der Sendungen werde es nicht mehr möglich sein, ein vertiefendes Informationsangebot mit Reportagen und religiösen Debatten einem breiten Publikum zu unterbreiten. Dies geschehe ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in der eine «religiöse Radikalisierung» bestehe. Die Besinnung auf die eigene Religion müsse ein Bestandteil der RTS sein. Der Entscheid der RTS-Verantwortlichen sei «unverständlich», so Litzler und Kocher in ihrer Stellungnahme. Die RTS muss drei Prozent ihrer Kosten einsparen. Für den Bereich Religion werden 50 Prozent der Gelder gestrichen.

Gemäss Pascale Huber, Radio und Fernsehbeauftragte der Reformierten Medien, ist die Zusammenarbeit zwischen den kirchlichen Medien und SRF in der Deutschschweiz anders organisiert und beschränkt sich auf die verkündigenden Sendungen wie das «Wort zum Sonntag» und die Gottesdienstübertragungen. (kath.ch/ref.ch)