Vom berührenden Sterben eines Katers

Die Aargauerin Pfarrerin Nadine Hassler berichtet in einem Blog, wie ihr geliebter Kater Willibald plötzlich stirbt. Auch er wollte in seinen letzten Stunden nicht allein gelassen werden. Willibald – eine kleine Lektion im Abschiednehmen.

Kater Willibald.
Kater Willibald. (Bild: Nadine Hassler)

Willibald war ein munterer, charaktervoller Kater, schreibt Pfarrerin Nadine Hassler in ihrem Blog. Als sie ihn einmal unter die Dusche genommen hatte, weil er zu schmutzig war, habe er sie nicht einmal gekratzt. Aber er war dann doch zwei, drei Tage beleidigt.

Der 15-jährige Willibald war aber schon länger nicht mehr ganz im Strumpf, doch eines Nachts überstürzten sich die Ereignisse: «Um 2 Uhr morgens weckte mich ein lautes Röcheln, Atmen und Jammern», schreibt Nadine Hassler. «Ich eilte ins Bad und sah Willibald auf der Seite liegen. Ich setzte mich neben ihn auf den Boden und sprach ihm beruhigend zu.» Anfassen habe sie ihn nicht dürfen, doch bleiben musste sie: «Meine Stimme beruhigte ihn, und der Atmen wurde leiser. Sobald ich aber aufstand, um ins Bett zu gehen, fing er wieder an zu röcheln und zu klagen.»

Ein schreckliches Sterben

So sei Nadine Hassler halt auf den Badezimmerboden gesessen und habe ihren Kater beim Sterben begleitet. «Schliesslich ist er mir nie von der Seite gewichen, wenn es mir mal schlecht ging.» Sein Sterben war nicht sanft, sondern nur schrecklich. Schliesslich wurde Willibald vom Tierarzt um sechs Uhr morgens erlöst.

«Ich habe schon Kaninchen und Kanarienvögel durch den Tod verloren – doch kein Sterben ging mir so unter die Haut wie das Sterben meines Katers», schreibt Nadine Hassler. Willibald wird nun im Garten beerdigt – und ein Apfelbaum wird gepflanzt. «Bäume mochte er besonders gern – man kann da so schön Vögel beobachten.»

 

Zum Blog von Nadine Hassler