Vatikan: Kardinäle erörtern Abbau des Zentralismus

Weniger römischer Zentralismus, eine gesetzliche Grundlage für die Arbeit der Kurie und die mögliche Einsetzung eines «Kurienmoderators» - in diese Richtung gingen die Überlegungen der neuen päpstlichen Reformkommission in den vergangenen drei Tagen.


So könnte ein Kurienmoderator künftig die verschiedenen Ebenen der Verwaltung im Vatikan besser koordinieren, erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am 3. Oktober nach dem ersten Treffen der Gruppe. Papst Franziskus hatte acht Kardinäle für seine Reformkommission ausgewählt. Sie vertreten die verschiedenen Teile der Weltkirche.

Entscheidungen seien von den Kardinälen wie erwartet nicht getroffen worden, berichtete Radio Vatikan. Bei der absehbaren neuen gesetzlichen Basis für die Arbeit bei der römischen Kurie werde es jedenfalls nicht nur um «kosmetische Verbesserungen» gehen, sagte Lombardi.

Dass die Kurie vor allem der katholischen Weltkirche und den Ortskirchen «dienen» müsse, solle dabei im Vordergrund stehen. So wolle man den – auch vom Papst scharf kritisierten – Zentralismus der Kirche verringern. Aus Rom solle eine gute Leitung der Kirche kommen.

Begleitet von hohen Erwartungen hatte die Beratergruppe ihre Arbeit am 1. Oktober begonnen. Die Purpurträger, darunter als einziger Europäer der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, sind beauftragt, dem Papst persönlich Reformvorschläge für Kurie und Kirche vorzulegen. Weitere Zusammenkünfte der Gruppe in der nächsten Zeit waren geplant.