USA erklären nigerianische Boko-Haram-Sekte zur Terrororganisation

Das Weisse Haus hat die Islamistengruppen Boko Haram und Ansaru wegen der in Nigeria verübten Gewalttaten als «ausländische Terrororganisationen» eingestuft.


Durch ihre Nennung auf der Schwarzen Liste werden die Extremisten von Finanzierungsquellen in den USA abgeschnitten.Ihre Bankvermögen würden eingefroren, erklärte Lisa Monaco, die Anti-Terror-Beraterin von US-Präsident Barack Obama, am Mittwoch. Sie begründete den verschärften Kurs ihrer Regierung damit, dass die Gruppierungen zusammen tausende Morde in Nigeria verübt sowie Angriffe auf Kirchen, Moscheen und das UNO-Hauptquartier in der Hauptstadt Abuja im Jahr 2011 ausgeführt hätten.

Boko Haram (zu Deutsch etwa: «Westliche Bildung ist Sünde») kämpft seit Jahren im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt für einen islamischen Staat. Die Gruppe verübte dabei zahlreiche Anschläge gegen Schulen, Sicherheitskräfte, Regierungsvertreter und Kirchen.

Wegen der gespannten Lage fliehen viele Bewohner der Region über die Grenzen. So suchen inzwischen mehr als 37 300 Menschen Schutz im Südosten des Nachbarstaats Niger, wie das UNO-Büro zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) am Mittwoch 13.11. mitteilte. Damit habe sich ihre Zahl seit Juni versechsfacht.