Stilles Zeichen: Papst empfängt brasilianischen Befreiungstheologen

Papst Franziskus hat den brasilianischen Befreiungstheologen Frei Betto (69) zu einem Gespräch im Vatikan empfangen. An die Öffentlichkeit bringen wollte der Vatikan das Treffen allerdings nicht.


Er habe den Papst darin um eine kirchliche Rehabilitierung von Bruno Giordano (1565 bis1600) gebeten, der von der Inquisition als Häretiker verbrannt wurde, berichtete Betto am Donnerstag, 10. April, in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung «La Repubblica».

Zudem habe er sich für den mittelalterlichen deutschen Mystiker Meister Eckart (1260 bis 1328) eingesetzt, von dem die Kirche mehrere Aussagen als häretisch verurteilt hatte. Die Begegnung fand demnach bereits am 9. April im Gästehaus Santa Marta statt. Offiziell mitgeteilt wurde sie vom Vatikan nicht. Der Dominikanerpater Frei gilt als einer der profiliertesten Befreiungstheologen.

Befreiungstheologie war lange Zeit ein Reizthema im Vatikan
Weiteres Thema der Unterredung war nach Bettos Angaben die Befreiungstheologie. Franziskus habe gesagt, dass die Basisgemeinden von der kirchlichen Hierarchie lange Zeit «brüskiert» worden seien, so Betto.

Auf seine Bitte nach einer Rehabilitierung Brunos und Meister Eckarts habe der Papst erwidert, er bete für sie, berichtete Betto weiter. Franziskus habe ihn aufgefordert, Gleiches zu tun. «Ich bin sehr zufrieden, dass ich keine negative Antwort erhalten habe», so Frei. Er hoffe auf eine baldige Rehabilitierung der beiden.