Die Kirchgemeinde benötige nicht zwei Kirchen, sagte Huli Bolt, Kirchgemeindepräsident, gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» auf Radio SRF 1 am 26. März. Aus diesem Grund habe sich die Kirchgemeinde entschieden, die Kirche in Kappel zu verkaufen. Der Unternehmer, Ralf-André Keller, will aus der Kirche ein Kultur- und Begegnungszentrum machen. In dem Gebäude könnten künftig Gemeindeversammlungen, Jodelkonzerte, Theater- und Cabaretaufführungen stattfinden, schreibt die Kirchgemeinde auf ihrer Homepage.
Laut Vertragsentwurf, der auf der Homepage der Kirchgemeinde einsehbar ist, beträgt der Kaufpreis 230’000 Franken. Über das Geschäft entscheiden am Samstag, 30. März, die Kirchbürger an der Kirchgemeindeversammlung.
Gegner fordern Urnenabstimmung
Eine Initiativgruppe kämpft gegen den geplanten Verkauf der Kirche an einen Privaten. «Eine Kirche verkauft man nicht», sagte Hansjörg Bösch, Mitglied der Initiativgruppe, gegenüber der Sendung. Es handle sich um eine emotionale Angelegenheit, die Leute hingen an der Kirche und ihrem Friedhof. An der kommenden Kirchgemeindeversammlung wollen die Gegner dem Bericht zufolge den Antrag stellen, den Verkauf zu stoppen und an der Urne darüber abstimmen zu lassen. Auf diese Weise hätten alle Kirchbürger die Möglichkeit mitzuentscheiden, was mit dem Gotteshaus geschehe, ohne dass sie die Versammlung besuchen müssten.