Saudi-Arabien verbietet weiterhin Kirchen

Saudi-Arabien will weiterhin keine nicht-islamischen Gebetsstätten zulassen. Als Wiege der heiligen Stätten des Islam könne das Königreich nicht die Errichtung von Gotteshäusern anderer Religionen gestatten, sagte der saudische Justizminister Mohammed al-Issa laut der in London erscheinenden arabischen Tageszeitung «Al-Hayat» (Ausgabe vom 24. April)) vor Europa-Abgeordneten in Brüssel.


Zugleich verteidigte Mohammed al-Issa die Rechtsstaatlichkeit Saudi-Arabiens. Die Gerichte handelten transparent und seien bereit, sich überprüfen zu lassen.

In Saudi-Arabien ist der Islam wahabitischer Prägung Staatsreligion. König Abdullah ist zugleich Hüter der heiligen Stätten in Mekka und Medina. Nach Schätzungen leben im Land jedoch um die 1,5 Millionen Christen. Fast ausnahmslos handelt es sich um Gastarbeiter. Die Einfuhr von Bibeln ist verboten; ebenso ist die Feier christlicher Gottesdienste und das Tragen christlicher Symbole untersagt. In benachbarten Golfstaaten sind Kirchen und die Feier christlicher Feste hingegen erlaubt. (kipa)