Rechtsextreme werben mit Luther und Bach

Wahlplakate der rechtsextremistischen NPD mit Porträts von Martin Luther (1483-1546) und Johann Sebastian Bach (1685-1750) sorgen in Deutschland für Empörung.


Die Neonazis stellten sich mit der Vereinnahmung beider Persönlichkeiten für ihre Zwecke in die «schlimme Tradition» der NS-Zeit, sagte der Oberkirchenrat Christhard Wagner von der mitteldeutschen Kirche in Erfurt am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst. Für das «üble Plakat» sei die Bezeichnung «perfide das richtige Wort».

Die im Raum Eisenach verwendeten Plakate zeigen den mit der Stadt eng verbundenen Reformator Luther und den in der Wartburgstadt geborenen Musiker Bach mit dem Schriftzug «Wir wählen richtig» auf den Nationalfarben Schwarz, Rot, Gold.

Die Wahlwerbung mache einmal mehr deutlich, dass die Rechtsextremisten «aus der Geschichte nichts gelernt haben», sagte Wagner, evangelischer Kirchenbeauftragter bei Landtag und Landesregierung in Thüringen. Luther und Bach würden zur Werbung für eine Partei eingesetzt, die mit beiden nichts zu tun habe. Damit nehme die NPD für sich eine Freiheit in Anspruch, die sie anderen zuzugestehen nicht bereit sei.