Papst schickt Schweizergarde zu den Armen

Die Schweizergardisten im Vatikan haben eine neue Aufgabe erhalten: Sie besuchen nachts regelmässig Obdachlose und Bedürftige. Das geht aus einem Interview mit dem neuen Chef des päpstlichen Almosenbüros hervor.


Erzbischof Konrad Krajewski sagte gegenüber der Presseagentur AP, die Schweizergarde eigne sich besonders für diese Aufträge, weil die Männer körperlich fit und mehrsprachig seien: «Das ist genau, was die Armen brauchen: Dass man ihnen zuhört.»

Die kleine Gruppe von Helfern fährt mehrmals wöchentlich mit einem weissen Fiat zu den Bahnhöfen, wo Hilfswerke den Obdachlosen Mahlzeiten anbieten, und bringt oft auch Essensreste aus dem Vatikan mit. Wenn man sage, man sei aus dem Vatikan und sei vom Papst persönlich geschickt worden, würden die Menschen ihre Herzen stärker öffnen, so Krajewski.

Der Papst selbst wählt Bedürftige auch über die Briefe aus, die ihn täglich erreichen. Eine Auswahl davon gibt er, mit eigenen Notizen versehen, an Krajewski und die Schweizergardisten weiter. Auf den Briefen stehen Aussagen wie «Ihr wisst, was zu tun ist», «Geht und findet sie» oder «Sprecht mit ihnen».

Laut der Presseagentur DPA war der Papst persönlich bereits im nächtlichen Rom unterwegs, um Obdachlose zu besuchen – angezogen als normaler Priester. Papst Franziskus hatte bereits zu Zeiten seiner Arbeit in Argentinien regelmässig Bedürftige aufgesucht, um mit ihnen Brot zu brechen.