«Der Richter beurteilte die Zeugenaussage zweier muslimischer Schwestern über die angeblichen blasphemischen Aussagen von Asia als glaubwürdig», so Bibis Anwalt Shakir laut «Radio Vatikan». Die Justiz befinde sich zunehmend in den Händen von Extremisten. Der Jurist kündigte an, dass man sich im Einverständnis mit dem Ehemann von Asia Bibi mit einem weiteren Berufungsantrag an das Oberste Gericht, die dritte und letzte Instanz, wenden werde.
Päpste setzten sich für Freilassung ein
Die pakistanische Christin Asia Noreen – auch bekannt als Asia Bibi – ist die erste Frau, die in Pakistan wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt wurde. Sie ist die Symbolfigur des weltweiten Einsatzes von Menschenrechtsorganisationen gegen den Missbrauch des umstrittenen pakistanischen Blasphemiegesetzes durch fanatische Islamisten. Die beiden Päpste Benedikt XVI. und Franziskus haben mehrfach Appelle zur Freilassung Asia Bibis lanciert. Die fünffache Mutter war im November 2010 zum Tode verurteilt worden und befindet sich derzeit im Frauengefängnis in Multan. Das Berufungsgericht in Lahore hatte den Verhandlungstermin bereits viermal verschoben, unter anderem, weil die Richter Einschüchterungsversuche befürchteten.