In Westeuropa steigt das Interesse an den orthodoxen Heiligenbildern. Malkurse werden angeboten, und auf Kunstauktionen erzielen sie hohe Preise. In der Sendung meinte der Maler: «Das Wichtigste ist, dass eine Ikone Harmonie ausstrahlt. Wenn das gelingt, wird sie für den Betrachter zu einem spirituellen Ereignis.» Die Schülerin bekannte: «Plötzlich entstand der Wunsch, mich mit Ikonen zu umgeben – so als hätte Gott einen Samen in mich gepflanzt.» Und der Priester sagte: «Ikonen können einen Menschen bekehren. Es ist so, als stünde ich Christus selbst gegenüber.
Orthodoxe Heiligenbilder und ihre Faszination
Hinter der vermeintlichen Naivität von Ikonen verbirgt sich ein komplexes theologisches Konzept. Die Sendung «Perspektiven» auf SRF 2 versuchte dieses zu erklären. Eine Medienkritik.
Dann wechselte der Schauplatz in eine orthodoxe Kirche. Pater Demetrius erklärte: «Ikonen schaffen das Bedürfnis zu beten. Man konnte das in der damaligen Sowjetunion erleben. Da haben Menschen in den Museen, in denen Ikonen hingen, angefangen zu beten.» Im Bild finde Begegnung, Verkündigung und Erfahrung zugleich statt. Menschen küssen die Bilder, zünden Kerzen an, riechen das Wachs und den Weihrauch, stimmen ein in die Gesänge. Da werden alle Sinne angesprochen.
Die Sendung bot überraschende Einblicke in die Geheimnisse der ostkirchlichen Kultbilder sowie in die Unterschiede zwischen westlicher und byzantinischer Malerei. Die Informationsdichte war bisweilen so hoch, dass man alle Hintergründigkeiten kaum erfassen konnte. Doch das Gemüt wurde, auch durch die eingespielten orthodoxen Gesänge, österlich bewegt.
Zur Radiosendung Ikonen – Fenster zum Himmel auf SRF 2